Mission & Vision Statement

In seiner zweiten Folge als Co-Host meines Podcasts, spricht Jörg Rosenberger über den Mission und Vision Statements. Dabei beschreibt er die wichtigsten Aspekte, die bei der Entwicklung einer Mission und Vision zu beachten sind.

Jörg Rosenberger ist Geschäftsführer von Reden ist silber in Bielefeld und Experte für wirksame Führung und Transformation.

Mission & Vision Statement

„Wer eine Vision hat, sollte zum Arzt gehen.“

Das in der Überschrift genannte Zitat von Helmut Schmidt wird heute immer wieder als Argument dafür angeführt, dass Visionen und auch Missionen von Unternehmen eine Utopie sei, die weder der Wertschöpfung noch dem Unternehmen etwas brächte.

Kurz gedacht hatte unser ehemaliger Bundeskanzler möglicherweise recht. Bei genauerer Betrachtung macht es jedoch gerade in Zeiten von stetigem Wandel, Disruption sowie aktuell einer sich abkühlenden Konjunktur durchaus Sinn, sich der Frage zu stellen, wofür mein Unternehmen steht und wohin es sich langfristig entwickeln will.

Wofür ein Unternehmen steht, beschreibt in der Regel die Mission. Eine Mission bildet ab, was und wofür das Unternehmen das tut, was es tut, welches Versprechen es seinen Kunden gibt und welche Kernwerte und -aussagen für das Unternehmen stehen.

Eine Vision hingegen ist der Blick in die weite Zukunft. Sie sollte und kann unrealistisch sein, aber ambitioniert und motivierend. Sie ist der Blick in die weite ungewisse Zukunft. Und sie gibt die große Antwort auf die Frage des „WOZU?“. Warum tut ein Unternehmen das, was es tut? Nämlich um das zu erreichen, was weit in der Zukunft liegt.

Viele meiner Kunden sind als modernes Unternehmen aufgestellt und fragen mich häufig in Diskussionen, wofür denn eine Vision oder Mission wichtig sei. Meine Antwort lautet immer: „Wichtig ist nicht, dass Sie eine Mission oder Vision aufschreiben, sondern wichtig ist, dass Sie sich selbst, Ihren Mitarbeitern und vor allem Ihren Kunden die Antwort geben können, wo sie sich langfristig hin entwickeln möchten.“

Es geht bei einer Vision nicht darum, angestrebte Umsatzzahlen oder Marktanteile zu postulieren. Eine Vision hebt vielmehr hervor, wo und wofür das Unternehmen in der Zukunft stehen will und welches Versprechen es Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft gibt. Oder wie es der Wirtschaftsprofessor Hermann Simon ausdrückte: „Eine gute Vision erwächst aus einer delikaten Balance zwischen Realitätssinn und Utopie. Vision ist das gerade noch Machbare.“

Beispiele für bekannte Unternehmensvisionen:

  • Gründungsvision von Microsoft im Jahre 1975: „Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Zuhause.“
  • Wikipedia: „Stell Dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat.”
  • Apple: „Wir wollen anwenderfreundliche Computer bauen, mit denen alle Menschen sofort zu- rechtkommen. Wir sind darauf fokussiert, einfache und klare Produkte mit einem tollen Design zu entwickeln, da wir alle als physische Wesen Klarheit und Übersichtlichkeit schätzen. Wir wollen das Leben der Menschen bereichern.“
  • IKEA: „Einen besseren Alltag für die vielen Menschen schaffen.“
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Hier geht’s zum Podcast (Folge #51):